- 9. Aug.
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Machen wir uns nichts vor: Wenn der Dienstplan mal wieder explodiert, die Hälfte des Teams flachliegt und der Schreibkram kein Ende nimmt, hat niemand Nerven für hochgestochene Führungstheorien und Modellen. Wer da mit Sprüchen wie „Chancen sehen, wo Krisen sind“ um die Ecke kommt, fängt sich im Stationszimmer völlig zurecht einen mörderischen Blick ein.
Aber worum geht es bei „Positive Leadership“ eigentlich, wenn man den ganzen Berater-Quatsch mal weglässt? Ganz einfach: Es geht darum, den Laden so zu schmeissen, dass die Leute abends nicht völlig fertig nach Hause gehen und sich fragen, warum sie sich das eigentlich noch antun.
Hier ist der ehrliche Selbst-Check für Stations- und Teamleitungen sowie Pflegedienstleitungen. Woran merkst du, dass du das Ding schon ziemlich gut schaukelst?
Der Stützpunkt-Check: Machst du es dir (und deinem Team) schon leichter?
Du siehst nicht nur, was liegenbleibt
Woran du es merkst: Klar, die Dokumentation hinkt hinterher und das Stationszimmer ist unaufgeräumt. Aber beim Rapport sagst du auch mal: „Leute, die Schicht war der nackte Wahnsinn, aber wie ihr den Notfall vorhin abgefangen habt – Hut ab. Danke euch.“ Du merkst, wenn dein Team am Limit läuft und schmierst ihnen nicht noch extra Honig aufs Brot, sondern sagst einfach ehrlich, was gut lief.
Du teilst die Arbeit nach Talent ein, nicht nach Würfelglück
Woran du es merkst: Du zwingst nicht jeden, alles perfekt zu können. Du weisst genau: Steffi tippt den PC-Kram im Schlaf, kriegt aber bei schwierigen Angehörigengesprächen die Krise. Pfleger Micha redet jeden wildgewordenen Patienten in zwei Minuten ruhig, hasst aber Excel-Listen. Du setzt die Leute da ein, wo sie am wenigsten blockieren und am meisten wuppen.
Du bist Chefin, kein Kontroll-Freak
Woran du es merkst: Du stehst deinen Leuten nicht ständig auf den Füssen. Wenn mal ein Fehler passiert – und das passiert nun mal, wo Menschen arbeiten –, wird niemand öffentlich rasiert. Ihr guckt kurz, wie ihr den Karren aus dem Dreck zieht, lernt draus und macht weiter. Wenn dein Team Mist baut, kommen sie zu dir, statt es zu vertuschen.
Du übersetzt den Wahnsinn von „oben“
Woran du es merkst: Es kommt die nächste völlig praxisferne Dienstanweisung aus der Teppichetage? Du knallst sie nicht wortlos hin. Du sagst: „Leute, das hat sich wieder jemand am grünen Tisch ausgedacht. Hilft nichts, wir müssen das wegen der Abrechnung machen. Wir machen das jetzt so pragmatisch wie möglich, damit wir schnell wieder zu den Patienten können.“
Erfolge werden geteilt (und Nervennahrung auch)
Woran du es merkst: Wenn die Pflegedienstleitung dich lobt, sackst du das nicht alleine ein. Du sagst: „Das war mein Team, nicht ich.“ Und wenn der Tag mal wieder eine glatte Elf auf der Stress-Skala war, sorgt eine Packung Nervennahrung von dir auf dem Tisch dafür, dass der Blutzucker und die Laune wieder steigen.
Unterm Strich
Positive Leadership heisst nicht, dass wir uns alle lieb haben und Probleme ignorieren. Es heisst einfach, den Fokus auf das zu legen, was funktioniert, statt nur auf dem rumzuhacken, was schiefläuft. Das spart dir als Leitung massenhaft Energie und sorgt dafür, dass deine Leute seltener alles hinwerfen.
Kaffee aufsetzen, durchatmen, weitermachen!


